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Besondere Einsätze 2002 - Flutkatastrophe

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Hier finden Sie Informationen zum Katastrophenschutzeinsatz vom 15.08-17.08.02 beim Hochwasser in Flöha (Sachsen):

Datum Uhrzeit Stichwort
15.08.2002
17.08.2002
ca. 05:00
ca. 11:00
Flöha (Sachsen)
Flutkatastrophe

Aufgrund der extrem hohen Niederschläge der zweiten Augustwoche und durch den hochwasserbedingten Einsturz einer Behelfsbrücke wurde auch die Erzgebirgsstadt Flöha (Landkreis Freiberg) in der Nähe von Chemnitz von einer Jahrhundertflut heimgesucht. Etwa die Hälfte der 12.000 Einwohner zählenden Stadt stand bis zu zwei Meter unter Wasser. Nachdem die Fluten zurückgegangen waren, bot sich den Bewohnern ein Bild des Grauens. Brücken waren eingestürzt, Straßen und Häuser unterspült oder sogar völlig zerstört, Fahrzeuge weggeschwemmt und Keller und Wohnungen teilweise bis unter die Decke vollgelaufen. Überall, wo sich das Wasser des Flusses Flöha ausgebreitet hatte, hinterließ es eine mehrere Zentimeter dicke Schlammschicht. Telefon und Strom sowie die Versorgung mit Erdgas waren unterbrochen. Um die Lage einigermaßen unter Kontrolle bringen zu können, mussten zusätzlich zu den vorhandenen Helfern der Freiwilligen Feuerwehr Flöha weitere Kräfte angefordert werden.

Am Donnerstag, den 15.08.2002, gegen fünf Uhr setzte sich der Katastrophenschutzzug der Hofer Feuerwehr unter der Leitung von SBI Peter Faber mit insgesamt 15 Feuerwehrmännern und vier Fahrzeugen (MZF Florian Hof 1/11/2, TLF 16/25 Florian Hof 1/21/1, LF 16-TS Florian Hof 4/41/1, LKW Dekon-P Florian Hof 1/97/1) in Richtung Flöha in Bewegung. Teilweise nahmen Kameraden sogar Urlaub, um an der Hilfsaktion teilnehmen zu können.

Die Helfer brachten folgende Ausstattung zur effektiven Hilfeleistung im Katastrophengebiet mit:

2 FP 16/8 (TLF und LF)
2 2 TS 8/8
8 E-Tauchpumpen
4 Stromerzeuger 5 kVA / 8kVA
diverses zusätzliches Schlauchmaterial, Kabeltrommeln, Wathosen, Reservetreibstoffe

Da auch aus Bamberg 40 Feuerwehrmänner mit neun Fahrzeugen in Richtung Flöha unterwegs waren, trafen sich die Helfer kurz vor Plauen auf dem Rastplatz Vogtland der Autobahn A 72. Zusammen erreichte der Konvoi gegen Mittag das Einsatzgebiet.

Nach einer kurzen Einweisung durch den stellvertretenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Flöha bekamen die oberfränkischen Feuerwehrmänner drei Einsatzabschnitte zugeteilt. Dort galt es zunächst, Wohnungen, Tiefgaragen und Keller auszupumpen, Straßen und Hinterhöfe wieder befahrbar zu machen und unterspülte oder teilweise eingestürzte Gebäude zu sichern. Im Bereich einer eingestürzten Brücke musste ein weggespülter Damm zuerst per Hand, später mit der Unterstützung eines Baggers wieder aufgebaut werden. Nur so konnten die dahinter liegenden Gebäude und Grundstücke gesichert und ausgepumpt werden. Während sich ein Teil der Helfer während der Nacht auf der nahe gelegenen Augustusburg von den Anstrengungen des Einsatzes erholen konnte, wurde an einer Tiefgarage rund um die Uhr im Schichtbetrieb mit dem Material beider Gruppen weitergepumpt. Allein in dieser weiträumigen Anlage waren nach Berechnungen des Architekten ca. 17 Millionen Liter Wasser zu entfernen.

Auch am Freitag wurde seit den Morgenstunden wieder in den betroffenen Bereichen des Stadtgebiets gepumpt. Erst gegen Mittag zeichnete sich eine Entspannung der Lage ab, so dass ab dem frühen Abend alle Teile und Einrichtungen der Stadt wieder erreichbar waren. Insgesamt wurden mehrere Millionen Liter Wasser gepumpt.

Am Abend kehrten alle eingesetzten Kräfte mit ihren Fahrzeugen zum Sammelpunkt an der Mittelschule in Flöha zurück, wo die völlig verdreckten Gerätschaften grob gereinigt und wieder verstaut wurden. Der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Flöha bedankte sich auch im Namen der Stadtverwaltung bei den eingesetzten Kräften für ihre ehrenamtliche Leistung. Ohne diese schnelle und unkomplizierte Hilfe hätten große Teile Flöhas noch längere Zeit unter Wasser gestanden.

Nach einer weiteren Nacht auf der Augustusburg konnten die Helfer am Samstag Vormittag wieder die Heimreise antreten. In Hof angekommen mussten die vier Fahrzeuge der Hofer Feuerwehr komplett leer geräumt und von Schmutz befreit werden. Die Reinigung und Überprüfung aller eingesetzten Gerätschaften nahm noch mehrere Tage in Anspruch. Für alle beteiligten Feuerwehrkameraden werden die Eindrücke dieses Einsatzes, die teilweise an ein Kriegsgebiet erinnerten, sicher unvergesslich bleiben.

In Kürze, nach Sichtung des umfangreichen Bildmaterials, werden weitere Bilder vom Schadensgebiet und der Arbeit der Feuerwehren auf dieser Seite verfügbar sein.