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Besondere Einsätze 2002

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Hier finden Sie Informationen zu den nennenswerten Einsätzen des Jahres 2002.

Datum Uhrzeit Stichwort
28.02.02 14:02
16:34
Ölsnitzbach/Höhe Landratsamt
Wassernotfall/Vermisstes Kind
Nach einem Spaziergang einer Gruppe Kinder des therap.-pädagogischen Zentrums am Untreusee in Hof wurde gegen 12:00 Uhr ein fünfjähriger Junge vermisst. Nachdem ein Anwohner des Schaumberggrundes ein Kind am stark hochwasserführenden Ölsnitzbach gesehen hatte, dieses aber verschwunden war, als er sich schnellstens dorthinbegeben hatte, wurden schließlich um 14:02 Uhr umfangreiche Rettungskräfte zur Absuche des Gewässers und der Umgegend alarmiert. Durch Kräfte der FW Hof, des BRK, der Wasserwacht, der DLRG und er Polizei wurde ab 14:15 Uhr der Überflutungsbereich der Ölsnitz unterhalb der Staumauer des Untreusees genauestens abgesucht. Unterstützt wurde die Suche durch zwei Hubschrauber von Rettungsdienst und Polizei. Gleichzeitig wurde der Ablauf des Sees geschlossen, um den Wasserstand des Baches schnell zu senken. Eine Viererkette Taucher der FW Hof durchsuchte das unmittelbare Bachbett, das auch nach einer Stunde noch eine Wassertiefe von ca. 1,5 Meter hatte. Um 15:25 wurde der Junge durch diese Tauchergruppe im überfluteten Gestrüpp des Gewässers gefunden und an Land gebracht. Nach notärztlicher Versorgung wurde das Kind unter Reanimationsbedingungen mit dem RTH in das Klinikum Bayreuth geflogen, wo gegen 21:00 Uhr leider der Tod des Jungen festgestellt wurde.

Den Eltern des Jungen sei an dieser Stelle das tiefe Mitgefühl aller beteiligten Rettungskräfte ausgedrückt.

Mittel:
Wathosen, Taucherschutzanzüge.

Feuerwehr:
ELW-B, ELW 2, MTW, RW 2, TLF 16/25, LF 16/12, WRF m. Boot, LKW m. Boot

Rettungsdienst:
RTW, NEF, OrgEL, RTH Christoph 20, mehrere NA, mehrere SEG Taucher von BRK, Wasserwacht, DLRG

Polizei:
PH Edelweiss, Hundeführer, mehrere Streifenbesatzungen, Führungsdienst.

 

 

10.05.02 16:52
01:54
Schleizer Str./Höhe Fa. Viessmann
Brand Strohlager
Durch den Eigentümer selbst wurde die FW zu dem Freilager gerufen, nach dem er bei der Feldbestellung Rauchentwicklung wahrgenommen hatte. Bei Eintreffen der ersten Kräfte brannte die Strohmiete mit ca. 120 m³ Pressmaterial unter großer Wärmestrahlung in voller Ausdehnung. Zu diesem Zeitpunkt war nicht absehbar, dass sich der Einsatz viele Stunden hinziehen würde, bis das Feuer gelöscht war. Durch Einsatz von 3 C-Rohren und einem Wasserwerfer konnte der Brand rasch unter Kontrolle gebracht werden. Nach einiger Zeit stellte sich jedoch heraus, dass das Lager von innen heraus brannte, da Kinder im Inneren Gänge und Höhlen angelegt hatten und es durch unsachgemässen Umgang mit offenem Feuer vermutlich zu diesem Brand gekommem war. In den folgenden Stunden mußten die Pressstrohballen mittels Bagger und Traktor mit Ladegabel Stück für Stück auseinandergezogen und unter Einsatz von Schaum- bzw. Netzmittel abgelöscht werden. Zum Teil konnte wegen der enormen Rauchentwicklung nur unter Einsatz von Atemschutzgeräten oder Filtermasken gearbeitet werden. Insgesamt wurden ca. 200.000 Liter Wasser verbraucht. In den folgenden Tagen mußte die FW noch mehrmals kleinere, stark rauchende Brandherde ablöschen.

Mittel:
3-C Rohre, Wasserwerfer, Atemschutzgeräte, Filtermasken, Beleuchtungsmaterial, WBK, Arbeitsgeräte

Feuerwehr:
ELW-B, TLF 16/25, TLF 24/50, TLF 16/25 (Abt.9), MZF, LKW

Rettungsdienst:
RTW, OrgEL, SEG San

20.05.02 18:11
20:59
Sophienberg 15
Brand Dachstuhl
Zu einer Rauchentwicklung aus dem Dach des Anwesens Sophienberg 15 wurde die FW alarmiert. Schon auf der Anfahrt wies den Einsatzkräften eine weithin sichtbare Rauchwolke den Weg. Bei Eintreffen des Löschzuges um 18:15 Uhr war das Feuer bereits durch die Dachhaut gedrungen. Unter Einsatz eines Wenderohres und eines C-Rohres über zwei DLK, sowie 3 Trupps Atemschutzgeräteträger mit weiteren zwei C-Leitungen im Innenangriff konnte das Feuer innerhalb von 25 Minuten unter Kontrolle gebracht werden. Die Nachlöscharbeiten zogen sich, unter Zuhilfenahme der Wärmebildkamera dann noch bis ca. 20:45 Uhr hin. Die Brandfläche im Bodenraum betrug etwa 100 m², die Dachfläche wurde auf 20 m² aufgenommen. Durch Rauch und Löschwasser wurden mehrere Wohnungen im Gebäude erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Personen waren bei dem Feuer zu keiner Zeit gefährdet. Der Schaden beträgt ca. 150.000 €.

Mittel:
3-C Rohre, Wasserwerfer, Atemschutzgeräte, Filtermasken, WBK, Arbeitsgeräte

Feuerwehr:
ELW-B, 2 TLF 16/25, LF 16/16, LF 16/12, 2 DLK 23/12, LKW

Rettungsdienst:
RTW, OrgEL, SEG

04.06.2002 20:00
23:01
Güterbahnhof
Bombenentschärfung
Am frühen Nachmittag des 04.06. wurde bei Bauarbeiten auf dem Bahngelände am Güterbahnhof wieder einmal ein Bombenblindgänger aufgefunden. Es handelte sich hierbei mit 500 kg um eine der größten Bomben, die bisher in Hof gefunden wurden. Nach Eintreffen des Sprengkommandos wurde die Entschärfung auf 21:00 Uhr festgelegt. Da der Sicherheitsbereich während der Entschärfung auf einen Umkreis von 400 m festgelegt wurde, mussten durch Kräfte der Polizei und des BRK einige hundert Anwohner evakuiert werden. Die FW wurde zur brandschutztechnischen Absicherung der Entschärfung, sowie zur Ausleuchtung der Arbeitsstelle gerufen. Kurz nach 21 Uhr begann der Feuerwerker die Bombe unschädlich zu machen. Um 21:58 Uhr war die Arbeit erfolgreich beendet, der Zünder entfernt.

Mittel:
Lichtmastanhänger, Stromerzeuger

Feuerwehr:
ELW-B, TLF 24/50, RW 2, LKW mit LIGI

Rettungsdienst und Polizei mit großem Kräfteaufgebot zur Absperrung, bzw. Evakuierung.

13.10.2002 20:58
06:39
Klösterleinsweg 50
Person droht zu springen
Zum bisher längsten Einsatz in diesem Jahr wurde die FW gestern gerufen. Eine zur Festnahme ausgeschriebene Person entzog sich dem Zugriff der Beamten, indem sie sich in ihrer Wohnung verbarrikadierte, sich auf den Fenstersims im 2. OG setzte und drohte herabzuspringen. Durch die FW wurde zunächst auf der Gebäuderückseite ein Sprungretter unter den dortigen Fenstern der Wohnung positioniert, sowie die Umgebung weiträumig für den Fahrzeugverkehr und Gaffer abgesperrt. Nach dem längere Verhandlungen durch die Mutter, den Notfallseelsorger und einen geschulten Beamten einer Verhandlungsgruppe scheiterten, nutzte die FW die Situation als die Person kurz den Sims verließ und in die Wohnung stieg um einen weiteren Sprungretter auch unter diesem Fenster zu stellen. Daraufhin zog sich die Person in die Wohnung zurück. Verhandlungen durch die Wohnungstür scheiterten. Nachdem die Person nun drohte, bei Eindringen der Polizei sich und dem anwesenden 8-jährigen Kind etwas anzutun, wurde ein Sondereinsatzkommando angefordert. Nach intensiver Vorbereitungsarbeit wurde ein Zugriff über die Wohnungstür oder alternativ von außen über das Dach durch die Fenster in die Wege geleitet. Durch ein Ablenkungsmanöver einer LF-Besatzung der FW vor der Haustür eingeleitet, wurde die Aktion schließlich gegen 06:00 Uhr mit erfolgreichem Zugriff abgeschlossen. Mutter und Kind blieben bei dieser Aktion dank dem Überraschungsmoment unversehrt. Mit einer schlaflosen Nacht in den Gliedern aber mit der Zufriedenheit eines erfolgreich abgeschlossenen Einsatzes rückten die Kräfte der FW nach fast 10 Stunden wieder in die Wache ein. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, BRK und FW war einmal mehr hervorragend und trug wesentlich zum Einsatzerfolg bei.

Einsatzmittel:
2 x Sprungretter, Stromerzeuger, tragbare Leitern

Feuerwehr:
ELW-B, LF 16/16, LF 16/12, DLK 23/12, KLAF, MZF, LKW

Rettungsdienst:
2 RTW, 2 NA, OrgEL, Notfallseelsorger

Polizei:
mehrere Streifenbesatzungen, Führungsdienst, SEK, psychologischer Dienst